Venedig sehen und sterben

Sonnenaufgang auf LidoWir haben uns den Wecker auf 6:00 Uhr morgens gestellt um den Sonnenaufgang zu sehen. Leider war etwas früh und leider ist es bewölkt so das der Sonnenaufgang noch auf sich warten lässt und weniger Prachtvoll wie in kitschigen Filmen ausfällt. Trotzdem schön!

Pünktlich um 8:00 Uhr sitzen wir bereits geduscht am Frühstückstisch und genießen das für italienische Verhältnisse recht ordentliche Buffet.

Direkt danach geht es mit dem Autobus zum Wasserbus um möglichst viel vom Tag in Venedig zu haben. Die RialtoWir fahren bis zur Rialto-Brücke (die Fahrt kostet egal wie viele Stationen 6,50 Euro) und wollen dann von dort die Stadt erkunden. Venedig liegt noch halb im Nebel und ist zu dieser Jahreszeit besonders schön. Wir erspän einen Mc-Donalds den ich in Venedig jedem nur empfehlen kann. Wir haben uns hier etwas später leider laimen lassen und haben für ausgesprochen miserables Essen und spatanischen Portionen viel Geld bezahlt.

Richtung GhettoWir laufen einfach der Nase entlang und kommen (wie könnte es anders sein) relativ schnell im Ghetto an. Diese Gegend von Venedig ist durchaus interessant und nicht ganz so von Touristen überlaufen. Man sieht hier sehr schön (auch aufgrund der schlechteren Bauweise) wie die Stadt langsam aber sicher untergeht. Ein Leben in den unterem Stockwerken ist in den wenigsten der Häuser noch möglich und auch die Gondeln kommen kaum noch unter den alten Brücken hindurch. Ich schätze mal das sich hier alles um mindestens einen halben Meter abgesenkt hat.

In der GondelWir beschließen nun eine romantische Gondelfahrt für 80,- Euro (einmal ums Kare ca. 30 Minuten) zu machen und genießen es Venedig vom Wasser aus zu betrachten. Für 10 Minuten geht es dann als Krönung noch über den Kanale Grande und wir verfallen in eine richtig schöne romantische Stimmung. Nur der Gondoliere Singt nicht. Statt dessen telefoniert er mit dem Handy. Okay 2 Minuten das dumme Gelaber im Hintergrund kann man tolerieren, dann hört er auch wieder auf. So stilecht wie im Film (was ist das schon?) ist es allerdings nicht! Trotz dem, wir sind zufrieden und die 80,- Euro waren gut angelegtes Geld!

Porte Scalzi Nun geht es zu Fuß weiter, das Viertel ist dann auch bald durchschritten und wir überqueren über die Ponte Scalzi den Grande Kanale um unsere Erkundung von Venedig auf der anderen Kanalseite zu vervollständigen. Auch hier ist vieles unter Wasser und man sieht deutlich das Pfusch am Bau Tradition hat. Denn auch hier ist alles abgesackt so das wer Venedig in ganzer Pracht sehen möchte sich beeilen sollte. Alle Bauarbeiten um Venedig zu Retten sehen für mich nach weiterem Pfusch aus. Das reiche Venedig rund um den Markusplatz wird sicherlich noch eine Weile bestand haben. Das Arme und für mich viel interessantere Venedig scheint mir aber dem Untergang geweiht und mit italienischer Baukunst auch kaum zu retten zu sein. Die Italiener sind aber vermutlich zu Stolz oder zu Korrupt um hier mit deutschen Firmen und deutschem KnowHow zusammen zu arbeiten.

Befreundete Webseite:
Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum: das Alkoholiker Tagebuch von und für Alkoholkranke. Ein ambitioniertes Projekt das Beachtung verdient!

Wir gehen bis zum Campo Santa Margherita und trinken dort einen Kaffe. Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben und den Charm dieses Stadtteiles auf uns haben wirken lassen machen wir uns auf den Weg Richtung Rialto Brücke (Ponte di Rialto) wo wir dann in der nähe des Kanale Grande Essen wollen. Direkt neben der Rialto und mit Blick auf den Kanale Grande ist ein wünderswchön gelegenes Restaurant wo wir uns schon fast hinsetzen wollten. Dann sehen wir jedoch das Essen auf den Tischen der Gäste und entschließen uns ein paar Meter zurück zu gehen wo wir ein kleines schnuckeliges Lokal abseits der Touristenströme entdeckt haben. Nichts abseits genug allerdings und ich empfehle jeden der Venedig besucht den Gang zu Mc-Donalds. Wir sind für ein Spatanisches Essen inkl. 2 Gläser Rotwein und zwei Glas Bier vom Fass, 54,- Euro los geworden. Von der Qualität möchte ich erst gar nicht schreiben. Es war einfach unterirdisch!

Romantisch war es dennoch. Angie fütterte Spatzen aus der Hand und wir saßen wirklich sehr gemütlich. Nachdem wir die Rechnung erhalten haben zofte Angie, völlig zu recht, noch etwas mit dem Kellner. Es ging hauptsächlich um den Bedienungszuschlag. Inklusive 12 Prozent Bedienungszuschlag stand auf der Karte die dann doch exklusiv abgerechnet wurden. Das ist keine Verwechslung da der Begriff wohl international ist sondern pure abzocke. Wir warfen im dann das Geld abgezählt auf den Tisch und Angie dem italienisch halbwegs mächtig sagte im das er sich Schwimmflossen davon kaufen solle da er eh bald absäuft! Ich schob dann noch nach das ich ihm vorher aber noch in den Kanal pissen werde! Was ich dann kurz darauf auch getan habe!

Wir beeilen uns nun um noch zum Markusplatz (Piazza San Marco) zu Kommen. Eigentlich wollten wir vor Einbruch der Dunkelheit dort sein was uns aber nicht gelingt. Eigentlich wollten wir dort einen Capuccino trinken was dann aber bei einem Preis von 10,50 Euro für den Capuccino zu viel war. Wir haben den Tag mit Wasserbus, Gondel diversen Kaffes und dem Essen genug Geld ausgegeben. Irgendwann muss auch Schluss sein! Wir bewundern noch die Architektur regen uns etwas darüber auf das die Säufzerbrücke mit Werbung zugegangen ist und genießen einfach den Abend, die Stimmung und den Nachthimmel der sich wunderschön über uns ausbreitet. Der Tag ist im wesentlichen beendet.

Nachdem wir ausgiebig den Moment mit all seiner Schönheit die Venedig im dunstfeld des Markusplatzes zu bieten hat genossen haben gehen wir noch mal Richtung Campo de la Carita auf der anderen Seite des Kanale Grande um ein Wasserbus zur Heimreise zu besteigen. Auf Lido gönnen wir uns noch einen Drink, Ich einen Camparie Orange und Angie ihr Bier vom Fass und beschließen den Abend zufrieden. Auf dem Nachhauseweg gibt es dann für jeden noch eine Piza auf die Hand und gegen 22:00 Uhr betreten wir dann wieder unser Hotelzimmer und schlafen nach einem anstrengenden aber gelungenen Tag zufrieden ein. Venedig sehen und Sterben, diesen Auspruch kann ich im wesentlichen nur unterstreichen. Die Stadt ist wunderschön und so manch einen bleibt nach einem Blick auf sein Konto auch kaum etwas anderes übrig als sich zum sterben hinzulegen.

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