Eder-Rundweg: Herzhausen / Harbshausen
Bei Herzhausen fließt die Eder in den 27 Km langen, 11,8 km² großen und 199,3 Mio. m³ Stauraum fassenden Ederstausee hinein.
Wir wollen den Urwaldpfad oder zumindest ein kleines Stück davon abgehen. Inmitten fast unberührter Natur wollen wir diesen Tag verbringen. Aber Karten lesen war heute morgen nicht unser Ding! Von Herzhausen gibt es zwar einen Zugangsweg zum Urwaldpfad aber wir beginnen unsere Wanderung erst so gegen 11:00 Uhr und da sind wir hier einfach zu weit vom Schuss! Aber egal, einen Illu kann nichts erschrecken und dem grünen Luder, wie ich Angie mittlerweile nenne, kann auch so schnell nichts den Tag verderben, so dass wir uns einfach umorientieren und einen Rundweg marschieren der nirgends beschrieben ist. Aber lasst euch überraschen! Dieser Rundweg ist genau das Richtige für die, die ohne Hatz mal eben einen Nachmittag mit Wandern und in der Sonne liegen vertrödeln möchten. Ein Picknick unterwegs hätte sich eigentlich angeboten. Nur hatten wir außer 1,5 Liter Wasser und zwei Müsliriegel nichts dabei. Was aber auch nicht tragisch war!
Wir wanderten also mehr oder minder einfach drauf los in Richtung Urwaldpfad. Der Weg ging zuerst relativ steil bergauf, mit deutlicher Geräuschkulisse einer Strasse, die nur wenige 100m zu unserer Rechten entlang verlief. Der Weg ging abwechslungsreich durch Wald und Feld. Im Wald waren gerade Aufräumarbeiten vom letzten Sturm in Gange. Wie es scheint wird aber vieles einfach liegen gelassen und nur das teuerere Holz herausgeholt. Das Naturerlebnis in den Mischwäldern rund um den Edersee ist schon ausgesprochen hoch.
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Selbst Angie kann jetzt nachvollziehen weshalb mir in Bayern der Wald gefehlt hatte. Ein bayrischer Wald, also nicht der bayrischer Wald, der taucht natürlich schon, sondern der typische als Wald deklarierte Baumbestand im Rest von Bayern ist hier gemeint, ist eben nur eine billige Imitation von Wald! Kaum ein Bundesland hat die Natur derart kaputtgemacht und zu betoniert wie es Bayern gemacht hat. Nun gut, was will man von einem Bundesland erwarten wo ein Braunbär in den Bergen direkt zum Problembär wird! Okay, jetzt ist aber wieder genug geschimpft. Sollen die Bayern in ihrer Provinz halt machen was sie wollen!
Wir marschieren auf jeden Fall die Landschaft hoch und runter und immer wieder mal durch Wald und mal durch Feld, stetig bergauf bis wir auf einem der höheren Hügel angelangt sind wo wir einen nahezu perfekten Blick über das westliche Edertal und über das Dorf Harbshausen haben. Nun ist erst einmal Pause angesagt. Angie legt sich ins grüne Grass und ich mache ein paar Fotos, esse die beiden Müsliriegel (Angie möchte keinen) und lasse meinen Blick einfach ruhen und langsam über das Tal gleiten.
Nach dieser wohlverdienten Ruhe kommt der Oberhammer und ich muss dann doch noch mal über die bayerischen Dorftrottel herziehen, die ich mittlerweile gefressen habe wie Schmierseife!
Direkt vor uns liegt ein wunderschön idylisch gelegener Ort namens Harbshausen. Der Weg dort runter ist eher verschlungen . Ich entschließe mich, ich bin in Hessen schon wieder voll aklimatisiert und denke mir da nichts dabei, durch das Gras zu gehen. Kurzer Einwand von Angie, ob uns da nicht gleich der Bauer jagen würde? Ich antwortete kurz, dass wir hier in Hessen sind, und hier kein Bauer einen Hysti macht nur weil wir über seine Wiese gehen! Ich beginne allerdings immer mehr zu begreifen was mich in Bayern so alles bedrückt und eingeschränkt hat!
Wir laufen nun also durch eine wunderbar duftenden Blumenwiese in Richtung Harbshausen in der Hoffnung ,daß dort ein Lokal ist.
Das Lokal, das wir dann vorfinden, ist genial! Schon auf der Speisekarte wird dem Gast klargemacht, das wer es eilig hat dies kund tun solle und man werde ihm Gerichte empfehlen die schnell serviert sind! Wir haben es allerdings nicht eilig und bestellen erst einmal zu Trinken, ein Pils und eine Cola. Die schönsten Plätze auf der Terrasse sind leider belegt, aber wir haben nach ca. 20 Minuten Glück das eine Gruppe geht und wir können uns auf einen Platz mit gigantisch gerahmten Blick auf den See umsetzen.
Angie bestellt überbackenen Schafskäse und ich „Chili Con Carne“. Nachdem uns beiden das Essen geschmeckt hat und wir auch noch keine Lust zu gehen haben, bestellen wir noch eine Portion Caprese „typisch deutsch mit Balsamico“ und mit zweimal Besteck!
Auf den Rückweg gehen wir, nicht ohne noch mal inmitten einer Wiese zu rasten, einfach quer Feld ein über eine hohe Blumenwiese zu einer Strasse die in Sichtweite liegt.
Wir laufen ca. 5 Km auf wenig befahrenen Asphalt, rechts von uns der Edersee und links von uns nichts als Wald.
Kurz bevor wir wieder unseren Ausgangspunkt erreicht haben, entdecken wir auch noch einen brütenden Schwan, den wir mit viel Zoom, einer ruhigen Hand (ein Stativ habe ich nicht dabei) und Glück beim Auslösen fotografieren können.